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Gütersloh, 08.09.2010

Aktuelles

Probierwerkstatt: Versuch macht klug

24.02.10

Stadt Stiftung Gütersloh fördert Probierwerkstatt für 120 Hauptschüler

Diana hat pechschwarze Hände – und lacht. In der Probierwerkstatt des Kolpingwerks und der Arbeitslosenselbsthilfe (Ash) darf die 15-Jährige fünf Tage lang in die Berufswelt reinschnuppern. Besonders die Fahrradwerkstatt steht bei den 120 Hauptschülern ganz hoch im Kurs.

Noch ist ihre Zukunft offen. Bis sich in zwei Jahren entscheidet, welchen Berufsweg die Gütersloher Hauptschüler einmal einschlagen werden, haben sie den Luxus der Wahl. Die Probierwerkstätten von Kolping und Ash bieten schon jetzt Hilfen zur Orientierung.

Seit mittlerweile sechs Jahren fördert die Stadtstiftung Gütersloh die Berufswahlaktion mit finanziellen Mitteln und setzt sich für den guten Zweck ein. „Berufsbildung ist ein Prozess und die Probierwerkstatt ein wichtiger Baustein dafür“, erklärt stellvertretende Geschäftsführerin Nina Spallek  die Wichtigkeit dieser Maßnahme. Seit drei Jahren leistet die Agentur für Arbeit ebenfalls einen großen Teil der Finanzierung und auch die Fördervereine der Schulen beteiligen sich am Projekt. „Wir von der Stadt unterstützen tatkräftig mit Organisation, Beantragung der Fördermittel und der folgenden Abrechnung“, erklärt Dr. Martina Freund vom Fachbereich Jugend und Bildung.


 
Alle Organisatoren sind sich einig, dass die Probierwoche ein zukunftsträchtiges Konzept ist. „Unseren Schülern macht es großen Spaß und es ist eine gute Vorbereitung auf das folgende Praktikum“, berichtet Rektor Gerd Willak von der Hauptschule Ost. Zwei Berufsfelder dürfen sich die Achtklässler der Hauptschulen Nord und Ost während der Aktionswoche auswählen, alles ausprobieren und viele Fragen stellen. Das ist einmal ganz etwas anderes, als der trockene Schulalltag. Holzwerkstatt statt Schulbank, Friseurscheren statt Kugelschreiber. Mit Feuereifer stürzen sich die Schüler in die Arbeit und machen positive Erfahrungen.

Die Palette der Möglichkeiten ist vielfältig: Neben klassischen Handwerksberufen im Bereich Holz, Metall und Maler und Lackierer stehen auch die Sparten Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftsbau und sogar Friseur zur Wahl. Ziel der Probierwoche ist es, die Berufe so realistisch wie möglich darzustellen. Der 14-jährige Sam hat Metallbau und den Beruf Maler und Lackierer ausprobiert. Machen möchte er später am liebsten keines von beidem, aber auch das ist eine Erkenntnis. Zum Abschluss der Woche nehmen die Schüler an einem so genannten Assessment Center teil. Dort werden sie von geschulten Beobachtern nach Kriterien wie Teamfähigkeit, Kreativität, Gewissenhaftigkeit und Arbeitsverhalten bewertet und bekommen anschließend eine Teilnahmebescheinigung.

Einige Schüler haben ihren Platz für das kommende Praktikum schon sicher, andere finden durch die Probierwerkstatt spannende Alternativen. Wolfgang Terwey von der Ash liegt das Projekt am Herzen und hofft auch in Zeiten knapper Kassen auf zukünftige Unterstützung.

Bild:

Die Schüler der Hauptschule Ost Leon, Diana, Jakob und Sam freuen sich gemeinsam mit ihrem Lehrer und Bettina Müller-Maiweg (Ash Gütersloh), Nina Spallek (Stadt Stiftung Gütersloh) und Sandra Dreinhöfner (BFZ Kolping)